Cover-Art für: Schlüsseltechnologie

Schlüsseltechnologie #92 vom 2. Juli 2026

Der Siegeszug der KI-Konnektionisten (Teil 2)

Letzte Folge der Reihe. Heute mit Bilderzeugungsmodellen und der Erklärung, warum die später drankommen, obwohl sie eher da waren (zumindest in der breiten Nutzung). Außerdem noch mit ein paar abschleßenden Gedanken am Ende dieser Serie.

Länge: 51:51 Minuten

 
00:00 Intro
 
05:02 Kurze Anmerkung zur Folge der Episoden
 
05:50 Zurück zum ersten KI-Winter
 
08:22 Faltende neurale Netzwerke
 
22:26 Diffusionsmodelle
 
35:48 Contrastive Language-Image Pre-Training
 
43:41 Abendgedanken

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Shownotes

Der gespielte O-Ton ist aus Deutschlandfunk Hintergrund: "10 Jahre OpenAI: Wie ChatGPT mit KI die Welt verändert".

Xyrills Abendgedanken: Nach dieser Ausarbeitung verstehe ich jetzt, warum die Konnektionisten Transformer als den Durchbruch schlechthin und als Allheilmittel einsetzen. Aber, nochmal aus Gary Marcus's Blogartikel, der in STP089 referenziert war:

Für immer gefangen im Land der Korrelationen, können neurale Netzwerke niemals (egal, wie viel Daten oder Rechenleistung ihnen zur Verfügung stehen) in der Lage sein, kausale Beziehungen zu verstehen -- warum Dinge so sind, wie sie sind -- und daraus folgend kausale Schlussfolgerungen zu ziehen. Dieser kritische Teil der menschlichen Kognition ist, warum Menschen nur einmal die Straßenverkehrsregeln in einer Stadt lernen müssen, um dann in vielen anderen Städten sicher fahren zu können, argumentiert Marcus. Teslas Autopilot hingegen kann Milliarden von Kilometern an Fahrten aufzeichnen und trotzdem crashen, wenn er in ein unbekanntes Szenario gerät oder mit ein paar strategisch plazierten Aufklebern überlistet wird. Marcus plädiert dafür, stattdessen Konnektionismus und Symbolismus miteinander zu verbinden.

Und weiter:

Viele der Fortschritte heutiger KI-Modelle resultieren wahrscheinlich aus der Ausweitung des Einsatzes symbolischer Werkzeuge, und nicht aus mehr Skalierung. Riesige Infrastruktur-Investitionen wie Stargate basieren wahrscheinlich auf falschen Annahmen darüber, was tatsächlich den Fortschritt vorantreibt.

Als Schlusswort dieselbe Kritik an der Skalierungshypothese, aber weniger technisch ausgedrückt, von Quinn Norton in "What we talk about when we talk about AI":

Menschen sind anders. Trotz der Entlehnung von Nomenklatur aus der Biologie haben die neuralen Netzwerke, die im Training von KI verwendet werden, keine Neuronen der menschlichen Art. Der Unterschied ist erkennbar. Wir lernen Sprache, Lesen und Schreiben anhand eines winzigen Datensatzes, und dieser Prozess umfasst Mimikry, Gefühle, Kognition und Liebe. Da mag auch statistische Gewichtung vorkommen, aber wenn dem so ist, dann haben wir den entsprechenden Mechanismus noch nicht in unserem Verstand und unseren Gehirnen gefunden. Es erscheint unwahrscheinlich, dass es dort in einer ähnlichen Form existieren würde, da diese KI-Systeme so viel mehr Informationen und Rechenleistung aufwenden müssen, um zu tun, was ein Erstsemesterstudent mit ein bisschen Motivation hinbekommt. Motivation ist unser Problem, aber es ist niemals ein Problem für KI-Systeme. Sie machen immer weiter, bis ihre Befehle einen Endpunkt erreichen, und dann erstarren sie. KI-Systeme sind leblos zu Beginn, leblos währenddessen, und leblos am Ende.

Audioquellen in Abspielreihenfolge (soweit nicht gemeinfrei)